Thrombelastographie (TEG)
Funktionsweise
Das Prinzip der Rotationsthrombelastometrie besteht darin, dass in einem Cup die Probe durch einen Aktivator zur Gerinnung gebracht wird. Gleichzeitig taucht in das Cup ein Stempel ein, welcher – über eine Feder angetrieben – um knapp fünf Grad alternierend um die Längsachse rotiert. Bilden sich zwischen der Wand des Cups und dem Stempel Fibrinfäden aus, so wird die Bewegung des Stempels entsprechend der Festigkeit des Gerinnsels gehemmt und als ,,thrombelastometrische Kurve über die Zeit aufgezeichnet. Hierbei entspricht die Höhe der Amplitude der Festigkeit des Gerinnsels – je höher die Amplitude ist, desto fester ist das Gerinnsel.
Werte
- Reaction time (R,CT): Zeit bis die Clot Bildung startet, Verlängert durch Heparin oder Faktorenmangel
- Kinetik (K,CFT): Zeit bis Gerinnselfestigkeit von 20 mm erreicht ist verlängert: Fibrinogenmangel, Faktorenmangel, Thrombozytenmangel
- α-Winkelgrad: Anstiegssteilheit der Gerinnselbildung
- Maximal Amplitude (MA/ MCF): max. Gerinnselfestigkeit, Abhängig: Fibrinogen, Thrombozyten
- 30 min Amplitude (Ly30): Abfall der Festigkeit nach 30 min, Hinweis auf Hyperfibrinolyse
Interpretation
Werte
- CK: Citrated Kaolin -> Standard TEG
- CKH: Citrated Kaolin mit Heparinase -> neutralisiert Wirkung von Heparin in Probe
- CRT: Citrated rapidTEG -> Tissue factor wird hinzugeben, somit schnellere Clot-Bildung
- CFF: Citrated functional Fibrinogen -> Messung des Fibrinogenlevels
Beurteilung
- CRT-MA < 48 mm & CFF-MA > 16 mm oder Thrombozyten < 100 µg/ml oder Thrombozytenaggregationshemmer -> Thrombozytenkonzentrat
- CFF-MA < 17 mm & CRT-MA > 47 mm oder Fibrinogen < 2 g/l -> 20-50 mg/kg Fibrinogen
- CKR > 10 min & CK-Hep-R > 10 min oder Quick erniedrigt -> 12,5- 25 IE PPSB bzw. FFP bei Volumenmangel
- CRT-LY30 > 3 % -> Tranexamsäure


