Prämedikation

Anamnese

  • Vorerkrankungen
  • kardiovask. Risikofaktoren
  • Belastbarkeit (MET)
  • Familienanamnese bzgl. Muskelerkrankungen/MH
  • Medikamente
  • Gerinnungsanamnese
  • Allergien
  • Vor-OPs/Vornarkosen
  • PONV
  • Reflux

Risikoevaluation

Eingriffsbezogenes Risiko:

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kardiovaskuläres Risiko:

  • akut symptomatische Herzerkrankungen
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  • Risikofaktoren nach Lee -> MACE-Risiko
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  • Belastbarkeit (MET)

Schlaganfallrisiko

  • in den letzten 6 Monaten Schlaganfall oder TIA -> neurologisches Konsil + bildgebende neurovaskuläre Diagnostik
  • 9 Monate nach Schlaganfall/TIA keine elektiven Eingriffe

Risiko für pulmonale Komplikationen

  • ARISCAT
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    • OSAS -> STOP-BANG

Risiko für Delir/POCD

  • Mini-Cog
    • Uhr malen mit 11:10 Uhr
    • Apfel-Tasse-Münze

körperliche Untersuchung

  • Atemweg:
    - EGRI
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    - ggf. CT/HNO-Befund
  • Auskultation von Herz und Lunge
  • Beinödeme?
  • Inspektion von Punktionsstellen bei Regionalanästhesie

Apparative Diagnostik

EKG und Biomarker

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Labor

  • keine routinemäßige Laboruntersuchung
  • Hb bei Eingriffen mit relevantem Blutungsrisiko (Transfusionswahrscheinlichkeit > 10 %)
  • Kreatinin bei Eingriffen mit hohem eingriffsbezogenem Risiko
  • Gerinnung bei Einnahme gerinnungsaktiver Medikation oder auffälliger Anamnese
  • Blutzucker: bei bek. Diabetes mellitus
  • Minimalstandard bei vermuteter Organerkrankung:
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TTE

  • nicht routinemäßig durchzuführen
  • bei neu aufgetretenem Herzgeräusch und Symptomen
  • bei Dyspnoe und/oder peripheren Ödemen PLUS erhöhtes NT-pro-BNP

Doppler-Sonographie der Halsgefäße

  • bei Patienten mit Symptomen einer Carotisstenose in den letzten 6 Monaten
  • ggf. Revaskularisierung vor einem elektiven Eingriff vorteilhaft

Bildgebende Ischämiediagnostik

-> Myokardszintigraphie, Stressechokardiographie

  • durchzuführen bei hohem Eingriffsrisiko, eingeschränkter Belastbarkeit und hohem Patientenrisiko für eine KHK
  • durchzuführen bei hohem Eingriffsrisiko + eingeschränkter Belastbarkeit + Z.n. PCI/ACVB

pulmonale Diagnostik

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Perioperativer Umgang mit Dauermedikation

Kreislaufwirksame Pharmaka
Betablocker weitergeben
Calciumantagonisten weitergeben
Diuretika absetzen, Ausnahme: bei fortgeschr. chron. Niereninsuffizienz
ACE-Hemmer/AT1-Antagonisten absetzen
bei peripherer RA weitergeben
weitergeben bei linksventr. Dysfunktion
Sacubitril/Valsartan weitergeben
Ivabradin weitergeben
Digitalis weitergeben
Statine weitergeben
Antidiabetika
SGLT2-Inhibitoren (Dapagliflozin) Risiko: euglykäme Ketoazidose
niedriges OP-Risiko -> 48 h Pause
mittleres/hohes OP-Risiko -> 72 h Pause
GLP1-Analoga (Exenatid, Liraglutid o.ä.) Risiko: verzögerte Magenentleerung, Aspiration
kurzwirksam: 1 Tag vorher absetzen
langwirksam: letzte Gabe > 7 Tage
Metformin Risiko: Laktatazidose
niedriges und mittleres Risiko: am Vorabend absetzen
hohes Risiko: 48 h vorher absetzen
KM-Gabe: 24-48 h vorher absetzen
Sulfonylharnstoffe, Glitazone, Gliptine weitergeben
Insuline
- konv. Therapie
- intensivierte Insulintherapie
- Langzeitinsulin

50 % der Dosis am OP-Morgen
am OP-Tag Basalinsulin ohne Bolusgabe
ggf. Dosisreduktion um 50 % am Vorabend (hohes Hypoglykämierisiko, große OP)

Gerinnungwirksame Medikation -> nach Aussage operative Fachdisziplin

Psychopharmaka
MAO-Hemmer
- irreversibel


- reversibel

wenn möglich 14 d prä-OP absetzen. Falls nicht möglich: Kontraindikation für Pethidin, Tramadol, Akrinor (als CAVE auf dem Protokoll vermerken)
am Vortag pausieren
Trizyklische Antidepressiva weitergeben
SSRI/SNRI weitergeben
Lithium enge ther. Breite, Akkumulation bei Niereninsuff.
kleinere Eingriffe: Pause am OP-Tag, Spiegelbestimmung empfehlen
große Eingriffe: 72 h prä-OP pausieren, RS Neurologie/Spiegelbestimmung
Neuroleptika weitergeben
Antikonvulsiva weitergeben
Parkinsonmedikation weitergeben
weitere Medikamente
Corticosteroide weitergeben, bei Dosis > Cushing-Schwelle -> Subtstitution perioperativ
Analgetika/Coanalgetika weitergeben